

Es ist Dienstag, 10 Uhr morgens, nach 3-stündiger Zugfahrt bin ich froh mein Ziel, die photokina 2010 in Köln pünktlich zum Startschuss zu erreichen. Die Laune ist blendend, genau wie das Wetter. Meine Erwartungen an eine der größten internationalen Messen im Bereich Imaging sind groß. Ich verspreche mir Inspiration für bevorstehende Fotoprojekte, Neuheiten im Bereich der Blitztechnik und Fotozubehör und einen Eindruck von den bevorstehenden Trends.
Es ist voll, aber niemand drängelt. Der erste Messestand, auf den ich unweigerlich zusteuere, ist von Canon: beeindruckende Origami-Installationen sind hier der Hingucker. Neben dem riesigen Produktangebot stehen unzählige Berater, die freundlich Auskünfte erteilen, wenn man an der Reihe ist...
Weiter geht's – ich bin begeistert von den Möglichkeiten des Fineart-Prints auf dem EPSON-Messestand. Die absolute Neuheit ist das Drucken mit weißer Tinte für Verpackungs-Proofs. Der Testdruck liefert ein ausgezeichnetes Ergebnis! Eine Innovation, die ich schon gerne früher genutzt hätte.
Lichttechnik ist mein nächstes Ziel. Ohne stimmiges Licht – kein vernünftiges Foto! Besonders "unterwegs" ist es immer wieder eine Herausforderung, das Objekt richtig auszuleuchten. Mit diversen Tricks und einem Aufsteckblitz lassen sich schon gute Ergebnisse erzielen... Der Flashbender vor der Firma Rogue ist ein geniales "Accessoire", auf das ich in Zukunft ungern verzichten möchte.
Die Messe versteht sich nicht als "Fotomesse", sondern viel mehr als "Bildmesse". Verständlich also, dass das bewegte Bild hier eine ebenso wichtige Rolle spielt wie das Foto. Eine neue Dimension tut sich auf, wenn man z.b. die 3D-Brillen der Firma Panasonic aufsetzt. In Zukunft werden nicht nur die Kinoleinwände diesen Spezial-Effekt ermöglichen, sondern auch der Fernseher in Opis-Wohnzimmer.
Bei meiner Wanderung durch die insgesamt 11 Hallen, stoße ich immer wieder auf Ausstellungsflächen von Fotografen, die ihre Werke präsentieren. Man findet alles: Portrait, Akt, Architektur, Werbung, Geschichten... Ja, man findet Geschichten, die mit Fotos erzählt werden und genau DAS ist es, was MICH inspiriert. Sprechen, ohne Worte... Eine Kunst, die gewiss nicht alle Fotografen beherrschen, aber mit Sicherheit zwei der Gewinner des Jugend-Fotopreises.
Meine Füße sind schon ein wenig schwer geworden, aber ich freue mich auf Halle 9: die Visual Gallery! Hier werden Profi-Fotografen (eingeladen von Guido Karp, der u. a. schon die Band AC/DC vor der Linse hatte) Vorträge abhalten. Heute ist Mike Larson (Californien), einer der weltbesten Hochzeitsfotografen, zu Gast.
Lange blonde Haare, smart und charming, (wie man sich einen Surfer so vorstellt :-) betritt er die Bühne und beginnt mit seiner 3-stündigen Präsentation über seine Profession. Schnell wird klar, dass er den Erfolg hauptsächlich seinen ehrlichen, natürlichen, Geschichten erzählenden Fotos verdankt – aber auch einer gehörigen Portion Marketing!! In beidem scheint er richtig gut zu sein! Eine junge Frau aus dem Publikum wird in der ersten halben Stunde des Vortrages als "Braut in weiß" gestylt, dann beginnt der Lifeshoot. Noch nie habe ich einen Fotografen so leidenschaftlich, aber vor allem offen, über all seine Tricks, Einstellungen, Ideen und Ideale berichten hören. Wer hier nichts gelernt hat, der hat geschlafen.
Mit zwei Händen voller Taschen und dem Kopf voller Ideen verlasse ich gegen 18 Uhr das Gelände.
Fazit: Erwartungen übertroffen – schade dass es schon vorbei ist!
| < Zurück | Weiter > |
|---|
